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Pillen, die Geschichte schrieben

Schon einmal hat eine kleine Tablette für eine sexuelle Revolution gesorgt und Kritiker wie auch Moralapostel, vor allem männlichen Geschlechts, in eine Krise gestürzt. Als vor mehr als dreißig Jahren die Antibabypille auf den Markt kam, “haben viele Männer davor Angst gehabt, daß ihre Frauen nun permanent fremdgehen könnten”, erinnert sich Professor Rudolf Egg, Direktor der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden.

Tatsächlich hat sich für die Frauen durch die Pille in puncto Sex viel verändert. Die kleine Tablette bedeutete: Künftig brauchten sie keine Angst mehr davor haben, ungewollt schwanger zu werden. Sie hatten erstmals ein Verhütungsmittel an der Hand, mit dem sie Sexualität erleben konnten, wann (und mit wem) sie wollten. Kurz: Sie konnten Sex angstfreier genießen, Verhütung wurde zu einer relativ komplikationslosen Prozedur.

Diese neugewonnene Freiheit bedeutete aber nicht, daß sich gleichzeitig die Sexualmoral der Frauen um hundertachtzig Grad wendete. “Nur weil eine Frau die Pille nimmt, bedeutet das ja nicht, daß sie sich gleich neue Partner sucht”, gibt Egg zu bedenken.

Immerhin zwanzig Jahre alt ist auch die Idee einer hormonellen Verhütung für den Mann. Allzu intensiv hat sich die Forschung darum allerdings nicht gekümmert. Die Idee dahinter: Es könnte mittels Hormonen gelingen, die Spermienbildung zu unterdrücken und damit eine Verminderung der Spermienzahl bis hin zur Azoospermie (Samenflüssigkeit ohne Spermien) zu erreichen. Die Verhütung mit einem synthetischen Abkömmling des männlichen Hormons

Testosteron wurde bereits von der Weltgesundheitsorganisation WHO geprüft und für gut befunden. Die Anforderungen an die Sicherheit seien erfüllt, außerdem sei die Wirkung des Medikaments wieder rückgängig zu machen, hieß es. Allerdings waren wöchentliche Injektionen notwendig dies sei für eine breitere Anwendung nicht akzeptabel.

Stark umstritten und heiß umkämpft ist die französische Abtreibungspille RU 486. In Frankreich sind die Tabletten unter dem Namen Mifepriston im Handel, in Deutschland ist das Medikament nicht zugelassen. Bis zum neunundvierzigsten Tag der Schwangerschaft können Frauen mit den Tabletten insgesamt werden drei verabreicht abtreiben. Allerdings ist das Procedere sehr schmerzhaft und mit starken Nebenwirkungen und Gefahren behaftet. So sollen schon einige Patientinnen unter dem Einfluß von RU 486 Herzinfarkte erlitten haben. Aus diesem und aus moralischen Gründen ist das Medikament bei Lebensschützern, aber auch bei Feministinnen stark umstritten (letztere bezeichnen RU 486 wegen der enormen Nebenwirkungen als “Strafe für die Frauen”). Erste Grundlagenforschungen mit der Abtreibungspille laufen übrigens am Mann: Möglicherweise könnte RU 486 die Beweglichkeit der Spermien beeinflussen, spekuliert die Sexualberatungsinstitution pro familia.