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Blaßblauer Sex: die Nebenwirkungen

Blaßblauer Sex: die NebenwirkungenLiebe macht blind. Wieviel Wahrheit in dem Sprichwort steckt, können etwa drei von hundert Viagra Schluckern mit eigenen Augen sehen sofern sie das Licht im Schlafzimmer anlassen. Ein blauer Schleier, gesteigerte Lichtempfindlichkeit und die hinter Schlieren verschwimmenden Konturen der Partnerin mögen für viele ein vergleichsweise geringer Preis für eine flotte Liebesnacht sein. Derzeit versuchen jedoch unabhängige Forscher anhand von Tierversuchen herauszufinden, ob Viagra das Auge dauerhaft schädigen kann, wenn es über längere Zeit eingenommen wird.

Die Liste unerwünschter Nebenwirkungen ist beachtlich. Dreißig Prozent der Testpersonen, die das Mittel je nach Bedarf als Fünfundzwanzig, Fünfzig oder Hundert-Milligramm-Tablette eingenommen hatten (Pfizer empfiehlt im Regelfall fünfzig Milligramm), berichteten während einer klinischen Studie über Kopfschmerzen. Ebenso häufig traten Hitzewallungen auf, jeder zehnte litt unter Verdauungsstörungen. Seltener waren laufende Nasen, Schwindelgefühl und Sehstörungen in den Protokollen vermerkt.

Wenn es um die Bewährung im Bett geht, nehmen viele Männer solche Unannehmlichkeiten offenbar gern in Kauf. Für Mediziner, die mit einem noch weitgehend jungfräulichen Schnellstarter auf dem Pharmamarkt konfrontiert sind, bergen derartige Unpäßlichkeiten aber wichtige Hinweise auf mögliche Risiken, die in den bisherigen klinischen Studien unentdeckt geblieben sein könnten.

Allein die Entdeckungsgeschichte von Viagra macht hellhörig. Ursprünglich als Arznei gegen Angina pectoris erprobt, sollte Sildenafil die Herzkranzgefäße weiten, den Blutfluß zum Herzmuskel verbessern und dadurch einer Anginaattacke den Schmerz nehmen. Die einstige Nebenwirkung, Erektionen zu verstärken, wurde im Zuge der Weiterentwicklung zum Potenzmittel flugs zur Hauptwirkung erklärt. Aus dem früheren Therapieziel wurde eine unerwünschte Begleiterscheinung.

Ein kurzer Ausflug in die Biochemie von Sildenafil erklärt, wieso ein und dieselbe Substanz mal als Herzmedikament und dann als Potenzmittel erprobt wird. Sildenafil hält die Erektion aufrecht, indem es den Abbau des Botenstoffs cGMP im Penis verzögert. Die Verbreitung dieses Signalmoleküls ist jedoch keineswegs auf das männliche Glied beschränkt. Blutgefäße, Blutplättchen und Nervenzellen nutzen ebenfalls cGMP und verwandte Moleküle zur Übertrtagung von Signalen. Je nach Art des Gewebes fördert cGMP dabei die Durchblutung, beeinflußt die Kommunikation zwischen Nervenzellen, ist an der Wahrnehmung von Lichtreizen beteiligt oder bringt Blutplättchen zum Verklumpen, um ein leckgeschlagenes Gefäß zu verschließen.

Auch das Enzym Phosphodiesterase, das eigentliche Ziel von Sildenafil, kommt außer im Penis auch in vielen anderen Geweben des Körpers vor. Die Variante Phosphodiesterase V, die sich besonders gründlich durch Sildenafil lahmlegen läßt, findet sich außer im Schwellkörper beispielsweise auch in den glatten Muskelzellen von Blutgefäßen.

In den lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut dagegen, wo cGMP unter anderem an der Wahrnehmung von Farben beteiligt ist, bewerkstelligt vor allem die verwandte Phosphodiesterase VI den Abbau von cGMP. Sildenafil hemmt auch dieses Enzym wenn auch zehnfach schwächer als die im Schwellkörper dominierende Variante V.

So zielgenau wie erhofft wirkt Sildenafil also nicht. Der Wirkstoff verteilt sich nach der Einnahme mit dem Blutstrom über den gesamten Organismus und entfaltet vor allem in höherer Dosierung – auch an den weniger empfindlichen Typen der Phosphodiesterase seine Wirkung. Vor allem die Unterscheidung von Blau und Grün kann nach der Einnahme einer Viagra Tablette über mehrere Stunden gestört sein. Der Blutdruckabfall um durchschnittlich 10 mm Hg und Kopfschmerzen sind auf eine Erweiterung der Blutgefäße im Gehirn zurückzuführen, die ebenfalls durch Sildenafil hervorgerufen wird.

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